Der heilige Grobian

Saint-GobainSaint Gobain Logo

Saint-Grobian - so stand es letztens auf meiner Hotelrechnung. Nicht das erste Mal, dass man mit dem Namen der Firma, für die ich seit 18 Monaten arbeite, nichts anfangen konnte. Dabei ist Saint-Gobain so groß, dass ich auch heute noch immer wieder überrascht werde, welche Firmen und Produkte dazu gehören. So war es beispielsweise mit Cultilene, einem Spezialisten für Gewächshausausstattung (eine gute Ergänzung, wenn man Glas für Gewächshäuser produziert).

Karriere
Weber Silos

Erst wenn ich bekannte Marken wie Rigips (Gipsplatten) oder Sekurit (Autoglas) nenne, fällt den Menschen auf, dass Ihnen Saint-Gobain schon häufiger begegnet ist. Auch das Brückenlogo und den PAM Schriftzug sieht man regelmäßig auf dem Gehweg, wenn man weiß, dass sie da sind.

 

Mein Einstieg

Für mich begann es bei Saint-Gobain Weber in Merdingen bei Freiburg. Im Projekt ging es darum, ein Recycling- und Entsorgungskonzept zu entwickeln. Weber produziert Baustoffe, in erster Linie pulverförmig in Säcken oder Silos vertrieben. Die Restmengen, die Verarbeiter (häufig lokale Handwerker wie Fliesenleger oder Gipser, aber auch große Bauunternehmen) an uns zurückgeben, stellten ein Problem dar, weil Sie nicht mehr unseren Qualitätsansprüchen für den Verkauf genügten. Dass Recycling möglich ist, war schon klar, die technischen Möglichkeiten fehlten aber und so kam es zu meinem Projekt.

Nach meinem Maschinenbaustudium mit Vertiefung im Bereich Verfahrenstechnik hatte man mir damit eine Aufgabe gegeben, in der ich die Theorie aus der Uni zur Anwendung bringen konnte. Learning by doing war angesagt und ich durfte das Projekt so angehen und planen, wie ich es für sinnvoll hielt. Bei einem hohen fünfstelligen Investitionsbudget war ich überrascht.  Es hat eine Weile gedauert, bis ich gemerkt habe: es ist wirklich mein Projekt. Keiner kontrolliert, keiner rechnet nochmal nach. Das Versprechen, direkt relevante Aufgaben zu bekommen, war keine hohle Werbephrase.

Trotzdem konnte ich mir bei meinem Mentor und erfahrenen Projektmanagern Unterstützung holen. Die Aufgabe, die ich auf den ersten Blick für technisch simpel gehalten hatte (das Pulver muss von Punkt A nach Punkt B kommen), war dann doch durchaus komplex und ich konnte viel über die Teufel im Detail lernen. Gleiches traf für den zweiten Teil meines Projekts, die Untersuchung verschiedener Entsorgungsmöglichkeiten, zu.

 

                            

 

Der zweite Schritt

Wie versprochen ging es für das zweite Projekt sechs Monate ins Ausland. Auch diesmal lag die Aufgabe in meinem Fachbereich.

Für das Saint-Gobain Abrasifs Werk in Conflans bei Paris entwickelte ich eine Alternative zum Schleifmitteltransport innerhalb des Werks und erstellte eine Eignungsanalyse für verschiedene optische Prüfverfahren unserer Produkte. Dass die Qualität bei beiden Projekten im Fokus steht ist kein Zufall, Saint-Gobain versteht sich als Produzent hochwertiger Produkte.

Der Anspruch im Vergleich zum ersten Projekt war natürlich allein dadurch gesteigert, dass die gesamte Kommunikation auf Französisch stattfand. Aber auch inhaltlich war es anspruchsvoller. Optische Prüfverfahren waren für mich neu und ich konnte (und musste) schnell viel dazulernen.

Im Vergleich zu meinen Praktika bei kleineren Firmen war deutlich zu bemerken, dass die Anbieter sich sehr viel Mühe gegeben haben, um mit uns ins Geschäft zu kommen. Das ist definitiv die angenehmere Position J.

 

Das dritte Projekt

Aktuell befinde ich mich in meinem dritten Projekt im Glasbereich, dem Kerngebiet von Saint Gobain, die vor über 350 Jahre als Glasproduzent für königliche Spiegelsäle gegründet wurde. Für mich war von Anfang an klar, dass auch ich in diesen Bereich möchte und das war, auch durch Unterstützung meines Mentors, möglich.

Das dritte Projekt im Global Player Programm ist fachfremd, in meinem Fall entwickle ich ein strukturiertes Gesundheitsmanagement für Saint-Gobain Glass. Dieses Projekt gibt mir die Möglichkeit, mich intensiv damit zu beschäftigen, welchen Einfluss Führungsverhalten auf die Gesundheit der Mitarbeiter hat. Ich hoffe, dass ich das in meiner Zielposition nach dem Traineeprogramm nutzen kann.

 

Mein Resümee

Als Trainee war ich in den Gesellschaften immer temporärer Mitarbeiter. Ich musste flexibel sein, aber auch sehr schnell und hartnäckig an meinen Aufgaben arbeiten, denn die Zeit war begrenzt und jeder Kollege hat eigene anspruchsvolle Aufgaben. Ohne deren Mitwirken geht es aber nicht.

Ich möchte nicht verheimlichen, dass es auch Situationen gab, die nicht optimal liefen. Kurz vor meinem Projektbeginn in Frankreich gab es dort einige Turbulenzen in der Produktion und in der Hektik hatte man vergessen, mir einen Schreibtisch zu besorgen. Also musste erst einmal improvisiert werden.

Auch durch Umstände wie diese habe ich mich schnell entwickelt. Ich habe gelernt, in unerwarteten Situationen locker zu bleiben um eine Lösung zu finden und Erfahrungen im richtigen Umgang mit Kollegen dazugewonnen. Das Traineeprogramm ist sicher eine gute Schule für den anspruchsvollen und abwechslungsreichen Alltag im Unternehmen.

 

Beste Grüße!

Dominique Holzbecher