Drei Fragen zum Thema Vielfalt an... Carolina Zuleta

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Wir freuen uns, dass Diversity fest in unserem Unternehmensalltag verankert ist, denn der Respekt vor der Vielfalt von Lebensweisen, Nationalitäten und Kulturen ist ein weltweit gelebtes Prinzip von Saint-Gobain. 
Zum diesjährigen Diversity-Day starten wir die Interviewserie „Drei Fragen zum Thema Vielfalt an…“ und veröffentlichen wöchentlich neue Statements verschiedener Saint-Gobain-Persönlichkeiten!

Allgemein

Steckbrief

Name: Carolina Zuleta

Funktion/ Tätigkeit: Finanz Direktorin bei der Saint-Gobain Sekurit Deutschland GmbH & Co KG

Bei Saint-Gobain seit: 2006

Fachlicher Hintergrund und berufliche Stationen: Studium der Volkswirtschaftslehre und MBA in Spanien; Einstieg bei Saint-Gobain als Trainee („Global Player“); weitere Stationen: Strategic Purchasing bei Abrasives in Norderstedt; Financial Controller in Frankreich zuständig für Europa, den Mittleren Osten und Afrika; Leitung Controlling bei Saint-Gobain Glass in Frankreich

Alter: 40

Geschlecht: Weiblich

Nationalität: Kolumbianisch und Deutsch

Sonstige Informationen über meine Person, die ich gerne teilen möchte: verheiratet, zwei Kinder (2 und 5 Jahre alt)

 

Interview

Inwiefern ist Saint-Gobain ein diverses Unternehmen, das Vielfalt lebt und fördert? Wie weit sind wir da schon, was fehlt noch? 

Carolina Zuleta: "Saint-Gobain ist ein globales Unternehmen. Wir sind in vielen Ländern vertreten und haben ein sehr breites Produktportfolio. Ich bin Deutsch-Kolumbianerin, habe in Spanien studiert und meine Karriere mit dem Global Player Programm begonnen. Inzwischen habe ich für Saint-Gobain in Deutschland, Frankreich und der Schweiz gearbeitet und dabei so einige Businesses kennen gelernt. Ich habe bei Saint-Gobain immer viele Entwicklungsmöglichkeiten erhalten, wurde gefördert und mir wurde zugehört. 
Während meiner Karriere habe ich meist in einem männlichen geprägten Kollegenkreis gearbeitet und war in Meetings oft die einzige Frau. Das hat mir jedoch nichts ausgemacht und ich glaube, dass meine Persönlichkeit mir dabei hilft, mich entsprechend durchzusetzen. Schade finde ich, dass Menschen, die etwas zurückhaltender oder schüchterner sind - und das trifft leider häufig auf Frauen zu - trotz hervorragender Qualifikationen und guter Ideen nicht ausreichend wahrgenommen werden, da sie sich den Raum nicht nehmen. Mir ist es in meiner Position daher wichtig, Menschen Sichtbarkeit zu verschaffen und ihnen durch Projekte und Coaching die Möglichkeit zu geben, zu zeigen, was sie können, ihr Netzwerk auszubauen und sich zu entwickeln."

Erzählen Sie uns eine Erfolgsstory zum Thema Vielfalt!

Carolina Zuleta: "Meine persönliche Erfolgsstory ist meine aktuelle Abteilung. Wir sind sehr divers aufgestellt und zwar in punkto Geschlecht und Alter, mit Blick auf den kulturellen oder fachlichen Hintergrund, aber auch was die Erfahrungen betrifft. Ich bin sehr offen für verschiedene Profile, (die nicht unbedingt einen Finance-Background haben müssen) und betrachte Diversität als großen Gewinn für ein Team. Wir haben im vergangenen Jahr eine neue Struktur im Teamin der Abteilung aufgesetzt und dabei eine Job Rotation durchgeführt –dadurch haben sich Zuständigkeiten umverteilt, die viele Jahre bei einer Person lagen. Dank der Diversität hat dies sehr gut funktioniert und jeder konnte seine Stärken einbringen, von einanderanderen lernen und sich weiterentwickeln. Wir haben die erforderliche Erfahrung und das Know-How, sind aber auch flexibel und können uns gut auf Veränderungen einstellen, arbeiten mit neuen Tools etc. In der Corona-Zeit hat uns diese Mischung sehr geholfen."

Theoretisch wissen wir vermutlich alle, dass Vielfalt erstrebenswert ist. Was macht es in der Praxis so schwer, Vielfalt auch konsequent umzusetzen? Wo sind aus Ihrer Sicht die Herausforderungen?

Carolina Zuleta: "Vielfalt umfasst auch, sich an unterschiedliche Bedürfnisse von Mitarbeitern anzupassen und beispielsweise flexible Arbeitsstrukturen und Karrieremodelle zu schaffen. Hier können wir uns noch weiter verbessern, denn nach wie vor sind es weiterhin eher die Frauen, die den Großteil der Arbeit im Haushalt oder bei der Kindererziehung übernehmen. Und das ist aus meiner Sicht nicht nur ein deutsches Problem. Männer haben dadurch in der Gestaltung ihrer Karriere häufig mehr Freiheiten, da sie diese Doppelbelastung nicht in dem Umfang erfahren wie es bei berufstätigen Frauen oft der Fall ist. 
Die Erwartung an uneingeschränkte Verfügbarkeit und Flexibilität führt leider immer noch dazu, dass das Engagement von Frauen sowie Männern in der Familienbetreuung als Hindernis wahrgenommen wird. Ich wünsche mir hier Fairness und Solidarität, sodass die Herausforderung gelingen kann, berufliche Perspektiven nicht durch die Familienplanung einzuschränken.
Ich persönlich habe das Glück, dass mein Mann mir den Rücken freihält und mich in meiner Karriere unterstützt. Für uns funktioniert dieses Modell sehr gut, auch wenn das in der gesellschaftlichen Wahrnehmung gar nicht so einfach ist. Es wäre schön, wenn es mehr Bereitschaft und Offenheit aber auch Unterstützung für jegliche „alternativen“ Modelle geben würde. Ich wünsche mir auch, dass wir Frauen uns stärker gegenseitig unterstützen, Erfahrungen teilen, uns Tipps geben etc.."