Drei Fragen zum Thema Vielfalt an... Christian Bako

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Wir freuen uns, dass Diversity fest in unserem Unternehmensalltag verankert ist, denn der Respekt vor der Vielfalt von Lebensweisen, Nationalitäten und Kulturen ist ein weltweit gelebtes Prinzip von Saint-Gobain. 
Zum diesjährigen Diversity-Day starten wir die Interviewserie „Drei Fragen zum Thema Vielfalt an…“ und veröffentlichen wöchentlich neue Statements verschiedener Saint-Gobain-Persönlichkeiten!

Allgemein

Steckbrief

Name: Christian Bako

Funktion/ Tätigkeit: Geschäftsführer Saint-Gobain Abrasives Deutschland, Österreich & Schweiz

Bei Saint-Gobain seit: Anfang 2017

Fachlicher Hintergrund und berufliche Stationen: 

  • Diplom Betriebswirt
  • Vor Saint-Gobain verschiedene hauptsächlich internationale Rollen im Vertrieb und der Geschäftsführung (u.a. 3 Jahre in Spanien als Leiter Vertriebsstrategie, 4 Jahre in Frankreich als Geschäftsführer)
  • Bei Saint-Gobain bis März 2020 im Bereich Glas, zuletzt als Geschäftsführer Regional Glassolutions Deutschland

Alter: 38

Geschlecht: Männlich

Nationalität: Deutsch

Sonstige Informationen über meine Person, die ich gerne teilen möchte: Ich bin verheiratet und im Mai zum zweiten Mal Vater geworden

 

Interview

Gibt es Dimensionen von Vielfalt, die Sie besonders wichtig finden?

Christian Bako: "Mir gefällt ein umgekehrter Blick auf Vielfalt. Vielfalt ist vor allem das Gegenteil von Einfalt. Vielfalt ist etwas ganz Natürliches und Normales. Das Unnatürliche ist Einfalt z.B. in den viel diskutierten männlich dominierten Vorstandsetagen, aber auch in der ein oder anderen Marketing- oder Personalabteilung, was die Geschlechterverteilung angeht, genauso entscheidend sind für mich aber auch Herkunft, Ausbildung und Alter. Unsere Gesellschaft ist automatisch vielfältig und wenn wir in einzelnen Bereichen diese Vielfalt nicht wiederfinden, müssen wir die Gründe und Mechanismen für Einfalt erkennen und gezielt aushebeln. Unter anderem gelingt uns das, indem jeder selbst einen Beitrag leistet und sich z.B. bewusst macht und dem entgegenwirkt, dass Menschen dazu tendieren, ähnliche Menschen automatisch besser zu beurteilen als Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Ausbildung, Geschlecht oder Alter."

Was tun Sie persönlich, um Vielfalt in Ihrem Verantwortungsbereich zu fördern? 

Christian Bako: "Eine große Rolle spielt Vielfalt natürlich bei Personalentscheidungen. Vor jeder Neueinstellung prüfe ich ganz genau, ob wir damit auch die Vielfalt erhöhen. Wogegen ich mich entschieden positioniere, sind Einstellungen oder Beförderungen nur der Vielfalt wegen: Das wäre schlecht für das Unternehmen, für die Person selbst und vor allem contra-produktiv für das Thema Vielfalt insgesamt.  Stattdessen bin ich gerne bereit einen Suchprozess auch zu verlängern, wenn in der ersten Runde zwar gute, aber keine vielfältigen Profile enthalten sind.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist für mich, die schon vorhandene Vielfalt zu nutzen. Es muss ja nicht immer gleich die Berufung in ein Organ oder eine neue Stellenbezeichnung sein. Wir haben bei Abrasives in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine vielfältige Organisation mit tollen Talenten. Vielfalt fördere ich auch durch die Beteiligung von Mitarbeitern an wichtigen Entscheidungen oder abteilungsübergreifender Projektarbeit."

Praxis und Forschung zeigen: Divers zusammengesetzte Teams entwickeln kreativere Ideen und Lösungen. Sie bringen unterschiedliche Sichtweisen ein, die zu besseren Ergebnissen und innovativen Produkten führen. Können Sie uns dazu ein Beispiel aus Ihren eigenen Erfahrungen geben?

Christian Bako​​​​​​​: "Ich habe mich sehr früh in meinem Leben, mit 25 Jahren, entschieden ins Ausland zu wechseln und wurde von meinem damaligen Arbeitgeber, einem schwäbischen Mittelständler, nach Spanien entsandt. Meine Mission war, die damals eher schwache Marktposition auszubauen - auch mit der Entwicklung und Einführung neuer Produkte für nicht besetzte Marktsegmente im südeuropäischen Markt.
Wie man sich vielleicht vorstellen kann, prallten zunächst zwei Welten aufeinander.
Nach anfänglicher Konfrontation aufgrund unserer stark unterschiedlichen Herangehensweisen und Denkmuster haben wir, mit wachsendem Verständnis füreinander, im Team irgendwann bemerkt, wie wir uns ideal ergänzen und unsere Unterschiedlichkeit für das gemeinsame Ziel nutzbar machen können. Im Team befanden sich Kollegen, die unglaublich kreativ waren und sich scheinbar problemlos und flexibel auf neue Rahmenbedingungen einstellen konnten, gleichzeitig beobachtete ich eine gewisse Schwäche bei der konsequenten Umsetzung von Inhalten. Ich brachte „typisch deutsche Tugenden“ wie Struktur, Methodik und Umsetzungsstärke ein, hatte aber meine Probleme, wenn der Plan nicht aufging, ihn rechtzeitig infrage zu stellen und anzupassen. Als wir den hohen Nutzen unserer kulturellen Vielfalt erkannt hatten und anfingen unsere Stärken gezielter einzusetzen, sind wir zum einen als Team sehr eng zusammengewachsen und hatten zum anderen eine sehr erfolgreiche Zeit mit starkem Wachstum und Marktanteilsgewinnen. Ich blicke heute noch sehr gerne auf diese Erfahrung zurück, da sie mir die Augen in Bezug auf den Nutzen von Vielfalt geöffnet hat."