Drei Fragen zum Thema Vielfalt an… Dagmar Trostmann

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Wir freuen uns, dass Diversity fest in unserem Unternehmensalltag verankert ist, denn der Respekt vor der Vielfalt von Lebensweisen, Nationalitäten und Kulturen ist ein weltweit gelebtes Prinzip von Saint-Gobain. 
Zum diesjährigen Diversity-Day starten wir die Interviewserie „Drei Fragen zum Thema Vielfalt an…“ und veröffentlichen wöchentlich neue Statements verschiedener Saint-Gobain-Persönlichkeiten!

Allgemein

Steckbrief

Name: Dagmar Trostmann

Funktion/ Tätigkeit: Geschäftsführerin Saint-Gobain Autover Deutschland und Mitteleuropa

Bei Saint-Gobain seit: 1996

Fachlicher Hintergrund und berufliche Stationen: Dipl. Betriebswirtin und Philologin, Führungsverantwortung im internationalen Vertrieb und technischer Entwicklung Fahrzeugverglasung für die Automobilindustrie in Erstausrüstung und im Ersatzeilmarkt, Einsatz in diversen EU Ländern, Raum NAFTA und Asien

Alter: 50

Geschlecht: Weiblich

Nationalität: Deutsch

Sonstige Informationen über meine Person, die ich gerne teilen möchte: Diversität hat mich bereits während meiner Ausbildung stets begleitet; die Materie der Wirtschaftswissenschaften konnte ich mit dem philologischen Studium der romanischen Sprache ergänzen. Zur Zahlenwelt kamen die Facetten unterschiedlicher Kommunikationsweisen und Denkmuster diverser Sprachräume hinzu, geprägt von anderen Geschichtsverläufen, Kulturen und divergierenden Wertvorstellungen. Sich darauf einzulassen, hat mich nicht nur beruflich, sondern auch privat stetes begeistert und inspiriert. Resultat daraus war, dass ich trotz oder gerade wegen meiner geisteswissenschaftlichen Prägung beim industriellen Saint-Gobain Konzern in der technischen Projektentwicklung Verantwortung übernehmen und neue Herangehensweisen gestalten konnte - auch in zunächst unbekannten Fachgebieten.  

Interview

Was tun Sie persönlich, um Vielfalt (in Ihrem Verantwortungsbereich) zu fördern?

Dagmar Trostmann: "Es ist wichtig, dass wir in unseren Teammeetings interdisziplinär regelmäßig zusammenkommen und uns gegenseitig stützen. Verschiedenste Sichtweisen werden geteilt: Softwareentwicklung, Vertrieb, Marketing und Supply Chain tauschen sich aus, wo sie in unterschiedlichen Kundensegmenten schon erfolgreich agiert haben: Welche Analogien gibt es in unterschiedlichen Vertriebskanälen, wie können wir das Kundenverständnis weiter schärfen und gleichzeitig auch Belange unserer Supply Chain berücksichtigen, um daraus dann sowohl für Kunden als auch für unser Unternehmen optimale Prozesse ableiten und anbieten zu können? Diversität beinhaltet automatisch ausgeprägtes Arbeiten in fachübergreifenden Teams. Damit erreichen wir eine Art von 180°-Sicht auf Problemstellungen und Lösungen. Die Neuentdeckungen sind dabei reichhaltig." 

Praxis und Forschung zeigen: Divers zusammengesetzte Teams entwickeln kreativere Ideen und Lösungen. Sie bringen unterschiedliche Sichtweisen ein, die zu besseren Ergebnissen und innovativen Produkten führen. Können Sie uns dazu ein Beispiel aus Ihren eigenen Erfahrungen geben?

Dagmar Trostmann: "Neben dem klassischen Dienstleistungsgeschäft Feindistribution mit der Just-in-Time Belieferung von Sekurit-Fahrzeugverglasung und Zubehör, womit wir ein immenses Sortiment für den gesamten Fuhrpark abdecken (das wäre im engeren Sinne mit über 25.000 Artikeln schon viel Diversität) bieten wir im Autover-Team auch Softwarelösungen und Qualitätskonzepte mit Produktschulungen an. Es geht also nicht nur um Hardware sondern um das System Dienstleistung als Ganzes mit zunehmender Produktkomplexität. Der Kunde kann bei uns aus dem kompletten Repertoire schöpfen von der Online-Bestellung, über Just-in-Time-Scheibenbelieferung bis hin zur IT-gestützten Versicherungsabrechnung. Unsere Vertriebsteams können kompetent aus einer Hand sehr verschieden zugeschnittene Kunden-Lösungen erarbeiten. Durch die steigende Produktvielfalt im freien Kfz-Markt ist diese Art von Dienstleistungskette eine ganz logische Konsequenz."  

Vielfältige Unternehmen sind flexibler und können z.B. durch interkulturelle Kompetenzen und spezielles Know-how besser und schneller auf neue Marktbedingungen reagieren und auf unterschiedliche Kundengruppen eingehen. Was sind da Ihre eigenen Erfahrungen?

Dagmar Trostmann: "Eine hohe Diversifizierung haben wir nicht nur in der oben erwähnten Produktpalette, sondern auch in unserem Kunden-Portfolio. Wir bedienen im Kfz-Markt die großen Key Accounts wie Teilehändler, Franchise-Ketten und auch zahlreiche kleine unabhängige, sehr agile Werkstätten. Insbesondere jetzt in der Coronakrise konnten wir mit der Vielfalt unserer Kunden und Vertriebskanäle das Geschäft solide weiterführen. Zudem ist es wichtig, inwiefern in Krisenzeiten oder bei Marktverschiebungen einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Wertschöpfung hin zum Kunden mit hoher Flexibilität beitragen: Die Lagerexperten nahmen in den letzten Wochen neue Aufgaben im OEM-Verpacken an, der Vertriebsaußendienst sowie zentraler Vertrieb und Marketing haben so vielseitige Kenntnisse, dass sie im Innendienst den Kunden online effizient beraten und bedienen trotz zur Zeit eingeschränkter Dienstreisen und zahlreicher Messeabsagen. Die Notwendigkeit, sich vielfältig in verschiedenen Aufgabengebieten aufstellen zu können, hat uns Covid-19 nochmals sehr drastisch vor Augen gehalten. Hierbei sind wir uns nochmals bewusst geworden, wie wir mit Diversität unser flexibles und agiles Handeln einsetzen können, um dann gestärkt eine Krise überwinden zu können. Ich spreche meinen Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, die sich sehr schnell auf neue erschwerte Marktbedingungen vielseitig einstellen konnten und sich in Zeiten von Corona damit sehr gut behauptet haben."