Drei Fragen zum Thema Vielfalt an... Eckhard Kroll

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Wir freuen uns, dass Diversity fest in unserem Unternehmensalltag verankert ist, denn der Respekt vor der Vielfalt von Lebensweisen, Nationalitäten und Kulturen ist ein weltweit gelebtes Prinzip von Saint-Gobain. 
Zum diesjährigen Diversity-Day starten wir die Interviewserie „Drei Fragen zum Thema Vielfalt an…“ und veröffentlichen wöchentlich neue Statements verschiedener Saint-Gobain-Persönlichkeiten!

Allgemein

Steckbrief

Name: Eckhard Kroll

Funktion/ Tätigkeit: Direktor Produktion Saint-Gobain Weber GmbH

Bei Saint-Gobain seit: 1997 (vormals Saint-Gobain Rigips GmbH)

Fachlicher Hintergrund und berufliche Stationen: 

  • Diplom Chemieingenieur und Technischer Betriebswirt
  • Prozessingenieur – Rigips Werk Brieselang
  • Inbetriebnahme Ingenieur Termoli, Italien
  • WCM Facilitator, Rigips Werk Brieselang; WCM Champion DACH, Rigips
  • Werksleiter Montreal, Certainteed Gypsum
  • Werksleiter Gelsenkirchen Scholven, Rigips
  • Produktionsdirektor Weber
     

Alter: 50

Geschlecht: Männlich

Nationalität: Deutsch

 

Interview

Was macht Vielfalt für Sie aus? 

Eckhard Kroll: "Vielfalt hat viele Facetten und viele Dimensionen - das macht das Thema Diversity so interessant und gleichzeitig herausfordernd. Ich denke dabei nicht nur an Geschlecht und Alter, sondern auch an Dinge wie: körperliches Handicap, Herkunft & Nationalität, sexuelle Orientierung und religiöse Orientierung. Vielfalt geht weit über eine häufig in der Gesellschaft vereinfachte und diskutierte Version der Frauenquote hinaus. Aus meinen Erfahrungen während meines beruflichen Aufenthalts in Montreal in Kanada wurden hier auch Hautfarbe, Herkunft, Glauben usw. stark in den Fokus genommen. In Deutschland erscheint mir die Diskussion oft sehr auf das Thema „Gender“ reduziert. Persönlich denke ich, dass Vielfalt weit über die äußerlich sichtbaren Merkmale hinausgeht. So gehören Diversität in Persönlichkeit, Erfahrungshintergrund, Einstellung und Sozialisierung u.a. für mich ebenfalls dazu. Vielfalt zielt dabei auf die Anerkennung und Wertschätzung aller Menschen, ganz unabhängig von oben genannten Merkmalen."

Theoretisch wissen wir vermutlich alle, dass Vielfalt erstrebenswert ist. Was macht es in der Praxis so schwer, Vielfalt auch konsequent umzusetzen? Wo sind aus Ihrer Sicht die Herausforderungen?

Eckhard Kroll: "Vielfalt bedeutet immer Verschiedenartigkeit. Unterschiede führen zu Diskussionen, unterschiedlichen Ansichten und manchmal sogar zu Vorurteilen und sind deshalb viel schwerer zu verstehen und zu moderieren. Eine einheitliche Welt ist viel leichter zu überblicken und zu verstehen d.h. oberflächlich betrachtet „einfach so viel leichter“. Es sind weniger Kompromisse zu machen, es entstehen weniger Missverständnisse. Dafür geht aber auch unheimlich viel verloren. Die Kreativität und der Erfindungsreichtum sind geringer, weil es eben gerade weniger Diskussionen, Anregungen gibt. Es entstehen weniger Ideen, weniger Fortschritt und weniger Abwechslung. Aber gerade dies macht Vielfalt so spannend."

Warum ist Ihnen persönlich das Thema Vielfalt wichtig?

Eckhard Kroll: "Besonders in Teams kann Vielfalt zu einer Explosion an Fortschritt, Spannung und Motivation führen. Allerdings sind gerade diese Teams für Vorgesetzte, Projektleiter usw. viel schwerer zu managen. Dies kann dazu führen, dass bei der Auswahl von Mitarbeitern der oberflächlich leichte Weg gewählt wird und Personen mit ähnlicher Persönlichkeit, Erfahrung, Charakter und Qualifikation eingestellt werden. Diese Teams werden zunächst vermutlich schneller gewisse Erfolge erzielen dann aber auf einem Plateau stehen bleiben und kaum noch Fortschritte machen. Richtig geführte bzw. moderierte Teams mit großer Vielfalt werden dieses Plateau auf einem weitaus höheren Niveau erreichen, aber eine längere Phase benötigen, um durchzustarten. Sie benötigen erfahrungsgemäß mehr Zeit, um die Vielfältigkeit ihrer Teammitglieder zu erkennen, zu akzeptieren, zu schätzen und davon zu profitieren. Wenn man als Unternehmen die vielfältigen Fähigkeiten und Eigenschaften der Mitarbeiter erkennt, schätzt und nutzt, ist dies ein sehr wertvoller Beitrag zur Erreichung der gemeinsamen Unternehmensziele. Nur ein wertgeschätzter Mitarbeiter kann seine volle Motivation entfalten und optimale Leistung bringen. Gleichzeitig ermöglicht die Akzeptanz von Vielfalt immer wieder neue Perspektiven und Chancen, die das gemeinsame Miteinander interessanter und spannender machen. Mich hat Vielfalt immer fasziniert – das Salz in der Suppe."