Drei Fragen zum Thema Vielfalt an... Michiel Vanhoutte

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Wir freuen uns, dass Diversity fest in unserem Unternehmensalltag verankert ist, denn der Respekt vor der Vielfalt von Lebensweisen, Nationalitäten und Kulturen ist ein weltweit gelebtes Prinzip von Saint-Gobain. 
Zum diesjährigen Diversity-Day starten wir die Interviewserie „Drei Fragen zum Thema Vielfalt an…“ und veröffentlichen wöchentlich neue Statements verschiedener Saint-Gobain-Persönlichkeiten!

Allgemein

Steckbrief

Name: Michiel Vanhoutte

Funktion/ Tätigkeit: Business Unit Leiter Solar & Greenhouse Glass

Bei Saint-Gobain seit: Insgesamt etwas mehr als 7 Jahre bei Saint-Gobain, in verschiedenen Rollen: F&E, Strategie, Produktion, und jetzt Business Unit Leiter

Alter: 35

Geschlecht: männlich

Nationalität: Belgisch

 

Interview

Was macht Vielfalt für Sie aus?  

Michiel Vanhoutte: "Es gibt meiner Meinung nach einen gesellschaftlichen und einen unternehmerischen Aspekt. Aus gesellschaftlicher Sicht ist die Gleichbehandlung aller Menschen unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, Nationalität, Hintergrund, Alter, Behinderung etc. ein Ziel, das wir alle anstreben müssen. Auch als Unternehmen müssen wir diese Werte natürlich aktiv umsetzen. Konkret müssen wir nicht nur dafür sorgen, dass wir durch die richtigen Einstellungen vielfältige Teams kreieren, sondern im Unternehmen auch eine Atmosphäre schaffen, in der alle Mitarbeiter sich wohl fühlen können. Diskriminierung können wir absolut nicht tolerieren. 

Unternehmen haben insbesondere eine Verantwortung in der gesellschaftlichen Gleichbehandlung von Männern und Frauen. Dass Männer und Frauen für denselben Job dasselbe verdienen sollen und dass auch Topfunktionen vielfältig besetzt werden müssen, ist hoffentlich selbstverständlich. Aber wenn Mitarbeiter, die Eltern sind, ihr professionelles und privates Leben nicht kombinieren können, ist es leider meistens immer noch die Mutter, die eine Pause in der Karriere einlegt. Unternehmen können besser gegen die Grundursachen dieses Unterschieds angehen: zum Beispiel Kinderbetreuung während der ganzen Arbeitszeit organisieren oder sowohl Väter als auch Mütter fördern, Elternzeit zu nehmen."

Warum ist Ihnen persönlich das Thema Vielfalt wichtig? 

Michiel Vanhoutte: "Wir sind als Menschen und als Unternehmen alle dazu verpflichtet, Respekt für Unterschiede zu zeigen und Diskriminierung aktiv zu bekämpfen. Das ist nicht nur eine moralische Pflicht. Wir können es uns als Wissensgesellschaft einfach nicht leisten, manche Talente nicht zu ihrem vollen Potenzial zu entwickeln.

Aus rein geschäftlicher Sicht sind vielfältige Teams ein absolutes Muss. Unsere Kunden sind vielfältig und ohne diese Vielfalt im Unternehmen widerzuspiegeln, können wir nicht voll auf unsere Kunden eingehen oder sie wirklich verstehen. Weiter wissen alle, die schon in einem diversen Team gearbeitet haben, dass divers zusammengesetzte Teams kreativere Ideen und innovativere Lösungen entwickeln als Teams in denen jedes Mitglied einen ähnlichen Hintergrund hat und ähnlich denkt."

Theoretisch wissen wir vermutlich alle, dass Vielfalt erstrebenswert ist. Was macht es in der Praxis so schwer, Vielfalt auch konsequent umzusetzen? Wo sind aus Ihrer Sicht die Herausforderungen?

Michiel Vanhoutte: "Selbst wenn wir bei Bewerbungen aktiv Kandidaten aus unterrepräsentierten Gruppen suchen, ist der Kandidatenpool für bestimmte Rollen - insbesondere für Industrieunternehmen - oft sehr homogen. Die Ursachen sind vielfältig und komplex, aber man darf sicherlich die Wichtigkeit von Rollenmodellen nicht unterschätzen. Nur wenn man Vorbilder hat, in denen man sich selbst erkennen kann, fängt man an zu denken: ‚Jemand wie ich kann auch Ingenieur oder Vertriebsleiter oder CEO werden!‘. Deswegen sind Fördermaßnahmen zugunsten unterrepräsentierter Gruppen auch so wichtig: Diese Personen sind unerlässliche Vorbilder für die nächsten Generationen.

Weiter sind wir uns oft einfach nicht unserer eigenen Vorurteile oder des Mangels an Vielfalt bewusst. Bewusstsein ist natürlich der erste Schritt in der Bekämpfung eines Problems. Die Statistiken über Vielfalt in Unternehmen sind oft ernüchternd, aber nur so kann man ein Bewusstsein über oft unbeabsichtigte Diskriminierung kreieren. Vor ein paar Jahren zirkulierten im Internet Fotos von hochrangingen Veranstaltungen wie dem G20 Gipfel oder der UN-Generalversammlung, in welchen alle Männer mit einem Bildbearbeitungsprogramm entfernt wurden. Oft blieben nur ein oder zwei Frauen in einem sonst ganz leeren Konferenzraum übrig. Oberpeinlich aber sehr lehrreich! Seitdem denke ich fast immer daran, wenn ich selbst an Meetings teilnehme."