LOBSTER16 – Einen Hummer zum Nachtisch

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Von Dennis Kaller, Global Player
Vor gut 6 Monaten begann meine zweijährige Reise durch den französischen Großkonzern Saint-Gobain. Als Global Player arbeite ich seitdem in meinem ersten Projekt bei Saint-Gobain ISOVER G+H mit dem Ziel dessen Edelmetallmanagement auf den Prüfstand zu stellen und zu optimieren.

Karriere
Dennis Kaller

Saint-Gobain ISOVER G+H verarbeitet, wie viele Schwestergesellschaften, den einzigartigen Rohstoff Glas. In einer Schmelzwanne wird bei Temperaturen von ca. 1.300°C Glas aufgeschmolzen und daraus im Schleuderverfahren Mineralwolle hergestellt. Das zuckerwatteähnliche Endprodukt wird dabei unter anderem zur Dämmung von Häusern eingesetzt. Speziell im Heißbereich der Produktion werden aufgrund der außergewöhnlichen Werkstoffanforderungen Edelmetall-Bauteile eingesetzt. Passenderweise bin ich Teil einer Abteilung, welche für die Planung und Durchführung von Anlagenneubauprojekten verantwortlich ist und so direkten Einfluss auf den Einsatz von Edelmetallbauteilen in neuen Produktionsanlagen nimmt. Im Rahmen meines Einsatzes ergab sich dabei die Möglichkeit in einem anstehenden Großprojekt mitzuwirken und so die internen Prozesse rund um das Thema Edelmetall hautnah miterleben zu können.

Im Projekt LOBSTER16 wurde der Abriss und Neubau des Heißbereichs – also einer gesamten Schmelzwanne inklusive dem Zerfaserungsbereich (!!!) – im Werk Lübz durchgeführt. Es war spannend zu sehen wie schnell eine riesige Produktionsanlage innerhalb weniger Wochen abgerissen und neu errichtet werden kann. Speziell der Ablass der Glasschmelze aus der Schmelzwanne hat mich fasziniert. Dabei wurde das noch flüssige Glas über eine Ablassrinne in die mit Wasser gefüllten Abkühlbehälter im Außenbereich geleitet. Durch die entstandenen Dampfschwaden trotz Minustemperaturen in Verbindung mit den roten Lichtblitzen, die durch die Ablassrinne schossen wurde eine atemberaubende Szenerie geschaffen.

Im Projekt koordinierte ich die Bergungsarbeiten und Sicherstellung der Edelmetall-Bauteile, wodurch ich Verbesserungspotenziale identifizieren und einen Bergungsstandard erarbeiten konnte. Während der Inbetriebnahme- bzw. HeatUp-Phase setzte ich außerdem einen Sicherheitsdienst zur Überwachung bereits eingebauter Bauteile ein, um diese gegen Diebstahl zu sichern. Neben diesen eher praxisnahen Tätigkeiten implementierte ich außerdem ein System zur Bestandsverwaltung auf Werksebene um genau nachvollziehen zu können, welche Edelmetall-Bauteile an welchen Einbaupositionen aktuell verbaut sind. Nebenbei lernte ich auch in täglichen Baustellenbesprechungen und wöchentlichen Projektmeetings, was es bedeutet ein Projekt strukturiert zu verfolgen und zu steuern. Ein positiver Nebeneffekt des zweimonatigen Aufenthalts im fernen Norden war außerdem, dass ich meine Kollegen noch besser kennenlernte und sich so ein starkes Wir-Gefühl verbreitete.

Um den Abschluss des Projektes Ende Januar gebührend zu feiern gab es natürlich auch ein kleines gemeinsames Abendessen, bei dem der Hummer natürlich nicht fehlen durfte. Der Hummer war gegessen...

Bis zum nächsten Mal
Dennis Kaller