Neues Land, neuer Bereich, neue Methoden…

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Im Mai fuhr ich von Schwaikheim bei Stuttgart nach Helsingborg, Schweden, zu meinem zweiten Projektstandort im Rahmen des Global Player Programms. Doch nicht nur das Wetter machte einen positiven ersten Eindruck auf mich, es sollte auch ein spannendes Projekt mit innovativen Arbeitsmethoden werden.

Karriere
Fabienne Overkemping mit Versuchsmaterial vom Abriss eines Schulgebäudes

Nach meinem ersten Projekt, was sich auf Prozessinnovationen im Bereich Kunststoffverarbeitung bezog, gab es für mich einen Sprung ins kalte Wasser: es stand ein Wechsel in den Bereich der Bauprodukte an, zur Saint-Gobain Ecophon AB. Hier werden Wandabsorber und Akustikdecken aus Glaswolle hergestellt, mit denen die Raumakustik gestaltet und verbessert werden kann. Nach einer eindrucksvollen Vorstellung der Produkte konnte ich schnell etwas mit den Produkten von Ecophon anfangen. Da auch mein Büro damit ausgestattet ist, kann ich die Wirkung am eigenen Leib bestätigen.

Bei Ecophon bin ich Teil eines Projektteams, was sich mit der Erstellung eines neuen Business Modells befasst. Nach dem Vorbild der Kreislaufwirtschaft („circular economy“) soll für Ecophon ein Konzept zur Rücknahme der Akustikplatten nach Gebäuderenovierungen und -abrissen erstellt werden. Damit sollen in einem neuen Prozess recycelte Produkte hergestellt werden. Die Teammitglieder kommen aus den Bereichen Produktentwicklung, Forschung & Entwicklung, Geschäftsentwicklung, explorativem Design und werden von dem Sustainability Manager geleitet.

Durch die strategische Wichtigkeit dieses Projektes wurde uns die Möglichkeit gegeben, auf externe Unterstützung zurückzugreifen um damit eine flexiblere, innovativere Projektdurchführung zu fördern. Wir nutzen die Räumlichkeiten der Open Innovation Agency „Ideon Open“ und sind dort Teil einer Initiative „Beyond“, die sich an Projektteams aus großen Unternehmen richtet. Wir werden nicht nur in agileren Arbeitsmethoden angeleitet, sondern können auch auf das Firmennetzwerk für Open Innovation zurückgreifen (vorgestellt auch im Seminar von Prof. Piller Ende Februar bei der Saint-Gobain ZN in Aachen). Gelegen ist das Ideon Open in einem Science Park in Lund, nahe der größten nordischen Universität mit knapp 40.000 Studenten, sodass wir auch von der Nähe zur Universität profitieren und z.B. mit der studentischen Beratung Lunicore zusammenarbeiten. Um das schwedische Netzwerk bezüglich Nachhaltigkeit und Bauen zu nutzen, reiste ich außerdem zu einer Expo in Göteborg, sammelte weitere Ideen und Eindrücke und lernte einen App-Entwickler kennen, mit welchem wir nun über eine zukünftige Zusammenarbeit nachdenken.

Ein Teil meiner Aufgaben im Projekt besteht darin, Möglichkeiten zu testen, wie das Material von den Baustellen zurück zum Produktions-/ Recyclingstandort transportiert werden kann. Dafür habe ich Versuche mit uns bekannten, aber auch unbekannten Firmen arrangiert, sodass wir durch die frühzeitige Sichtung des Materials darauf schließen können, welche Qualität verfügbar sein wird und für welche Prozesse das Material somit geeignet ist. Auf dem Bild seht Ihr mich mit Versuchsmaterial vom Abriss eines Schulgebäudes.

Wegen des dynamischen und flexiblen Projektverlaufs bin ich sehr gespannt auf die letzten Wochen des Projektes. Ich werde selber einen Workshop mit verschiedenen (auch externen) Akteuren leiten, der die konkrete Umsetzung der Materialbeschaffung maßgeblich beeinflussen wird. Außerdem werden wir zeitgleich mit dem Ende meines Projekteinsatzes unsere Projektergebnisse dem CEO von Ecophon präsentieren, um über das weitere Vorgehen dieses Projektteams zu entscheiden. Es wird also eine aufregende, abschließende Zeit!

Falls Ihr Fragen zu diesem Projekt, dem Weg ins Ausland oder dem Trainee-Programm habt, kommt gerne bei Xing auf mich zu!

Hej då!

Fabienne