Versprechen, Erwartungen und Realität

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Das Global Player Programm verspricht dem Bewerber viel. Auf der Karriereseite, den Programmbeschreibungen auf Flyern und Stellenanzeigen auf Portalen sowie während des Bewerbungsgespräche fallen Schlagworte wie „Verantwortung“, „Internationalität“, „Networking“, „Flexible Gestaltung und Mobilität“ und das „Top Employer Global“ Zertifikat wird hochgehalten. Ich muss zugeben, das machte schon einen guten Eindruck, aber welches Unternehmen präsentiert sich öffentlich nicht von seiner besten Seite? Ich wollte schließlich mehr als ein gutes Gehalt auf dem Konto, ich wollte Verantwortung, Wachstumschancen, Mitgestaltungsrechte, Flexibilität, usw. All dies verspricht dieses Programm – Versprechungen, die sich erst einmal bewahrheiten müssen.

Karriere

Aber wie sieht es denn nun tatsächlich aus? Ich bin zwar immer noch Neuling, habe aber zumindest das Gefühl aus meiner Erfahrung und der geteilten Erfahrung anderer schon ein wenig berichten zu können. Und daher möchte ich nun einmal die schönen Schlagworte beleuchten, denen man so im Bewerbungsprozess begegnet.

Eigeninitiativ arbeiten und Verantwortung übernehmen.
Nach einer Einarbeitungsphase in mein Projekt und Kennenlernen des Standortes hieß es schnell: „Legen Sie los: Das ist ihr Projekt!“ Es gibt einiges zu tun. Der Zeithorizont ist zwar recht lang und doch ist die Zeit begrenzt. Um sich da nicht zu verzetteln, ist strukturiertes Vorgehen gefragt. Die Erwartungen sind hoch. Das Ergebnis soll nicht im Schrank verstauben sondern genutzt werden und Einsicht in die Vorgänge der einzelnen Prozesse und die Abhängigkeiten dieser ermöglichen. Die Ergebnisse sollen einen Mehrwert liefern. Und das liegt in meiner Verantwortung.

Unterstützung
Trotz der übertragenen Verantwortung, bekomme ich auch eine ganze Menge Unterstützung. Mein Vorgesetzter nimmt sich viel Zeit für mich und ist tief in das Projekt involviert. Auch der Standort, die Werksleitung, die Ingenieure, die Kollegen aus Betriebstechnik, Werkstatt usw. haben immer ein offenes Ohr und gute Lösungen. Hier kommt mir der gute Ruf des Global Player Programms auch innerhalb der Gesellschaft zugute. Meine Vorgänger scheinen gute Arbeit geleistet zu haben.

Die Delegation und Personalentwicklung sucht immer wieder den Kontakt und Austausch und führt so als „Konstante“ durch die verschiedenen Projekte.

Bezüglich des Big Pictures steht mir mein Mentor zur Seite und stellt mir die wichtigen Fragen, die mich weiterbringen. Wo will ich hin? Was ist mein Ziel? Saint-Gobain bietet viele Möglichkeiten, vorausgesetzt man weiß, was man möchte. Er setzt sein Netzwerk ein und hilft mir meine Ziele auszuloten und an die entscheidenden Stellen heranzutragen. Wo ich noch über den nächsten Schritt nachdenke, fragt er mich schon nach dem dritten, seine strategische Orientierung hilft mir meinen Horizont zu erweitern – hier kann ich noch eine Menge lernen!

Kontakte
Schon in den ersten Monaten und trotz meines recht introvertierten Projektthemas (thermodynamische Simulation) habe ich bereits viele Kontakte geknüpft: das beginnt bei der Gemeinschaft der (Ex-) Trainees (wie schon in einem anderen Beitrag berichtet), aber auch Werksleiter und Manager auf Führungsebenen und Kollegen aus anderen Standorten, Frankreich und den USA, die bei fachlichen Fragen unterstützen.

Flexibilität und Mitspracherecht
„Flexibilität“, Segen und Fluch – wenn Flexibilität nur einer Seite abverlangt wird, wird dies schnell zum Fluch. Flexibilität im Arbeitsumfeld ist nur positiv wenn es ein Geben und Nehmen ist. Und so ist es. Schon in der Bewerbungsphase zeigte sich die Personalabteilung sehr flexibel, im Arbeitsalltag bestätigt sich dies. Das gesamte Programm ist nicht starr aufgebaut. Die Stationen, die man durchlaufen wird liegen nicht fest. Da ich schnell anfangen wollte und alles kurzfristig organisiert wurde, erreichte mich die Neuigkeit wo es hingehen würde zwei Wochen vor Arbeitsbeginn.

Ganz schön spannend. Diese Flexibilität kommt den Trainees zugute. Jeder Trainee läuft einen anderen Weg, bekommt neue Projekte und Vorgesetzte und sieht andere Standorte und Gesellschaften – individuell in Abhängigkeit seiner Fähigkeiten und seiner Wünsche. Damit sind wir bei „Mitspracherecht“. Mitarbeitergespräche (und hier berichte ich nun noch nicht aus meiner eigenen Erfahrung) werden jährlich durchgeführt und ein expliziter Bestandteil dessen ist die Möglichkeit des Mitarbeiters seine Ziele und Veränderungswünsche anzubringen. Ich selbst habe meine Wünsche bezüglich des Auslandsprojektes bereits äußern können, was gleich Bemühungen der Personalentwicklung zur Folge hatte. Natürlich kann den Wünschen nicht immer entsprochen werden, dass jedoch der Versuch unternommen wird, ist toll. Ich werde sehen wie es sich bei mir entwickelt.

„Top Employer Global“ Zertifikat
Zertifikate des Employer Branding werden gern beworben, aber was steckt dahinter? Das „Top Employer“ Zertifikat wird vom „Top Employer“ Institut vergeben, der Hauptsitz ist in Amsterdam. Der unabhängige Zertifizierungsprozess basiert auf verschiedenen Teilgebieten, wie „Learning & Development“, „Leadership Development“, „Compensation & Benefits“, „Culture“ usw. Die Analyseprozesse werden von dem unabhängige Wirtschaftsprüfungsunternehmen Grant Thornton auditiert. Das Zertifikat bestätigt eine herausragende Personalstrategie auf nationaler Ebene, auf kontinentaler Ebene und schließlich auf globaler Ebene. Wobei das regional kleinere stets Voraussetzung für das regional weiter gegriffene ist. Es kann also nur von der Basis her erreicht werden. Das „Top Employer Global“ Zertifikat dürfen nur acht Unternehmen weltweit tragen. Darauf ist Saint-Gobain zu Recht stolz! Hinzukommen Auszeichnungen von Focus-Magazin als Top Nationaler Arbeitgeber u.a.

Natürlich kann so ein Zertifikat niemals Garant für das individuelle Mitarbeiterglück sein, dafür sind die Bedürfnisse von Arbeitnehmern zu unterschiedlich. Wohl aber kann man sich der systemischen Unterstützung und der strategischen Mitarbeiterorientierung versichern. Und diese Sicht eines fairen Miteinanders bestätigte sich in internen Gesprächen. Von Mitarbeitern, auch ehemaligen, wurde mir gegenüber stets positiv über Saint-Gobain und seinen Gesellschaften als Arbeitgeber berichtet.

Die zu Beginn gemachten Versprechungen von Seiten Saint-Gobains haben sich für mich bis jetzt also bewahrheitet und ich bin optimistisch, dass sich dies fortsetzen wird.